Trauerarbeit beginnt nicht erst mit dem Tod eines geliebten Menschen oder Tieres. Der Prozess des Abschiednehmens ist bereits ein Teil der Trauer.
Manchmal müssen wir schweren Herzens Abschied nehmen. Unser geliebtes Pony Pumba hat lange Zeit viele Kinder glücklich gemacht, sie sicher auf seinem Rücken getragen und unzählige schöne Momente geschenkt. Doch leider leidet er an schwerer Arthrose, und wir müssen ihn bald gehen lassen, um ihm weiteres Leid zu ersparen.
Heute war Pumbas Abschied zunächst ein heimliches Thema. Die Kinder kämpfen um ihn und möchten ihn nicht gehen lassen. Es wird gefeilscht und gegrübelt. Es werden Apparate erfunden, mit denen er sein schmerzendes Bein entlasten kann.
Ich nehme diese Trauer ernst und gebe ihr einen geschützten Rahmen. Den Schmerz auszudrücken und auch weinen zu dürfen,weil es einfach traurig ist, ist selbstverständlich und wird liebevoll begleitet.
Die Kinder, die Pumba so sehr ins Herz geschlossen haben, möchten ihm einen besonderen Abschied bereiten – voller Liebe, Dankbarkeit und schöner Erinnerungen. Gemeinsam wollen sie noch einmal Zeit mit ihm verbringen, ihn verwöhnen und ihm zeigen, wie sehr er geliebt wird.
Der Tierarzt wird nach einer Untersuchung und Röntgenbefund eine Prognose stellen ,aufgrund der ich eine Entscheidung treffen muss. Wenn die Zeit gekommen ist,werden wir für unseren Pumba eine Abschiedsparty ankündigen, damit sich jedes Kind verabschieden kann. Denn es ist schlimm für ein Kind, wenn das Tier einfach wortlos weg ist.
